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DIE GESCHICHTE DER PRÄMONSTRATENSERINNEN

In Norberts Konzeption sollte die Gemeinde von Prémontré der urchristlichen Gemeinschaft von Jerusalem folgen: eine Menge von Gläubigen versammelte sich um die Apostel. Unter den Bekehrten aus beidem Geschlecht finden wir viele Kanoniker; dieser Begriff in der Terminologie des 13. Jahrhunderts deutet auf die Nachfolge eines tiefreligiösen Lebensstils hin. Auf diesen Grundsteinen aufbauend wurde nach 1121 Prémontré Doppelkloster und umfasste die Gemeinschaft der Kanoniker, die Laienbrüder und die Schwestern. Norbert liebte diese Struktur, weil er meinte, dies spiegele treu die Vielfalt der Urkirche.

Damals zählte die Gemeinde etwa 80 Laienbrüder und Schwester. Neben Ricvera de Clastres gehörten noch viele adelige Frauen zu dem Orden, wie zum Beispiel Adéle de Montmorency oder Agnes, Gräfin von Brienne, wo sie selbst viele Klöster gegründet hatte. Diese Schwestern haben aber niemals das Gefühl gehabt, als Mägde behandelt zu sein. Norberts Nachfolger, Männer und Frauen haben die Eucharistie tief verehrt und dadurch auch das Priesteramt geschätzt, so wie die erste Christen den Aposteln vertraut haben. Sie wussten, dass diese Männer sie zur Vollkommenheit führen würden. Nicht nur diese Frauen, wohl auch Norbert meinte, dass sie der Kopf oder die Arme der Kirche seien; es war für sie genug, dass durch sie Liebe, Kontemplation und Anbetung im Herzen der Kirche existieren konnten. Die Nonnen (piae mulieres) haben separat, aber in der Nähe der Klöster der Kanoniker gelebt. Ihre Hauptaufgabe war, neben dem Beten sich um die Armen, die Pilger und die Ordensbrüder zu kümmern. Die Oberin der Nonnen wurde Priorin genannt, und die Details ihres Lebens wurden von der "Magistra exteriorum" geregelt. Nach dem Tod Norberts 11347 erstarkten die Tendenzen des Ordens, welche die Trennung der Frauen und Männer forcierten. Es hat mit der Auflösung der Doppelklöster begonnen. Hugo von Fosses, der Abt von Prémontré, war der Meinung, dass die Generalkapitel die Auflösung der Doppelklöster initiierten sollten, was auch Norbert in Cappenberg und in Ilbenstadt versucht hatte. Fortan haben sich die Schwester in einer neuen Situation befunden. Sie haben die Strukturen des Männerordens übergenommen und haben einen besonderen Akzent auf das festliche Chorgebet gelegt. Die besser ausgebildeten Schwestern wurden "sorores cantates", die andere "sorores conversae" genannt. Die Lage der Schwestern wurde wieder Tagesordnungspunkt in den Generalkapiteln um 1240.

Die Generalkapitel haben neue Konstitutionen für sie entworfen. In diesem Sinn durften nur 20 Schwestern in einem Kloster leben, und die Priorin hat sich im Ganzen unter der Leitung des Abtes gefunden. Der Abt war es, der die Postulanten aufnahm und in dessen Hände die Novizinnen ihren Gelübden ablegten. Die Prämonstratenserinnen im 13. Jahrhundert haben ein kontemplatives Leben geführt und sie haben die Werke der Caritas ausgeübt: sich um die Armen gesorgt, die Kranken gepflegt und die Gäste empfangen. Die somlóvásárhelyer Frauenkonvent in Ungarn wirkte ganz einzigartig als glaubwürdige Ortschaft (loca credibila) bis zur Zeit der Türkenherrschaft.

Die Kleidung der Schwestern war ähnlich wie die Tracht der Kanoniker und sie wurden auch als Kanonissen tituliert. Die Bestrebungen der Generalkapitel zur Aufhebung der Doppelklöster sind auf verschiedene Weise in den einzigen Regionen umgesetzt worden. In den Ländern, wo die Regelungen der Generalkapitel ernst genommen wurden, wurden die Schwester aufs Lande geschickt. Die Kanonissen haben mit den Brüdern geographisch in der gleichen Region gelebt, aber in gesonderten Häusern gewohnt und sind ganz von den Ordensbrüdern unabhängig geworden. In einigen Ortschaften sind die Nonnen in die Klöster eingezogen und die Chorherren sind in eine andere Abtei ausgewichen. Mehrere Frauengemeinschaften haben ihren Identität aufgegeben und sich den Zisterzienserinnen angeschlossen.

Die Zirkarien in Brabant, Flandern und Sachsen haben die diesbezügliche Beschlüsse der Generalkapitel ernst genommen; so zogen von diesen Gebieten die Schwestern mit den neuen Siedlern nach Ostmitteleuropa. Auf diese Weise sind die Prämonstratenserinnen aus Frankreich, Belgien, Burgund, Westfalen und aus der Schweiz verschwunden, während ihrer Zahl in Polen und Ungarn anstieg. Es war den Adelsgeschlechtern zu verdanken und den reichen Bürgern, die nicht auf eine gute Ausbildung ihrer Töchter verzichten wollten. Der Ordenshistoriker Bernard Ardura berichtet im Folgenden über diese epoche:

"Im Frankreichwar allein der St. Margarete Konvent in La Rochelle bis zur der Zeit der Reformation übriggeblieben, als die Hugenotten die Macht in der Stadtübergenommen hatten. In Spanien konnten nur die früher verlegten Klöster von Santa Sofía in Toro und Villoria de Orbigo überleben. Der Türkeneroberung hat nach 1590 die blühenden, ungarischen Klöster vollkommen vernichtet. Die polnische Schwesterkonventen konnten bis 1772 ungestört existieren. Nur in Böhmen und in Westfalen sind die Kanonissenklöster erhalten geblieben, da die Mehrheit der Schwestern aus den örtlichen Adelsfamilien stammte. In diesem Land existierten 33 Frauenklöster gegenüber 15 Männerabteien. Die deutschen Doppelklöster sind bis 1803 in Spieskappell, Ilbenstadt und Adelberg erhalten geblieben. "Diese Frauenklöster haben ihre Güter unabhängig von den Chorherren behalten. Die Kirche hat offiziell zwei Prämonstratenserinnen kanonisiert. Eine ist die Selige Gertrud, die noch ein kleines Mädchenwar, als ihre Mutter, die hl. Elizabeth vom Hause Arpad (Elizabeth von Thüringen), sie ins Altenburger Kloster gegeben hatte; und die andere ist die Selige Bronislawa von Krakau, die Cousine des Dominikaners hl.Hyacintus. Außerdemhat das Kanonis ationsverfahren von Emilia Podoska von Krakau und von Schwester Rose von Bonlieu angefangen.

DIE PRÄMONSTRATENSERINNEN HEUTE

Die Chronologie an der vorherigen Seite zeigt uns die Gründungsdaten der Prämonstratenserinnenklöster. Die juridische Lage der schwestergemeinden ist verschieden. 1.) Vier Häuser gehören unter der Jurisdiktion des Ordens: Oosterhout (NL), Veerle (B), Bonlieu (F) und Doksany (CZ) seit 2007.

2.) Die Gemeinschaften, die unter bischöflichem Recht sind, bilden zwei verschiedene Gruppen:
a.) Unabhängige Kanonien: Zwierzyniecz und Imbramowice (PL), Toro und Villoria de Orbigo (S).
b.) Schwestergemeinden die mit dem Orden im Kontakt sind: st. Gallen-Berg Sion (CH), Zsámbék (H), Rot an der Rot-Aulendorf (D) und Tehachapy (usA).
3.)Unabhängige, päpstlich-rechtliche Gemeinden: Tschechisch-Mährische und Slowakische Provinz.

Die spanischen Häuser der Prämonstratenserinnen bilden einen einzigartigen Teil des Ordens. Am Anfang waren sie Doppeklöster und dementsprechend der Ordenstraditionen nach haben sie die Kirche mit den Kanonikern abwechselnd genutzt. Nachdem die Doppelklöster aufgelöst wurden, sind die fünf überlebenden Schwestern am 12. Juni 1304 aus Miguel de Grox nach Santa Sofía umgezogen. Fernandez Valduerna, der Graf von Astorga hat seinen Palast in Villoria de Orbigo im Jahre 1243 den Prämonstratensern geschenkt. Die Mönche haben hier bis 1511 gelebt, danach haben sie das Kloster für die Schwester von Santa Sofia übergegeben. Seitdem ist hier die Präsenz der Nonnen ununterbrochen.

Deutschland hatte etwa 35 Schwesterklöster im Mittelalter, aber diese konnten nicht mehr weiter bestehen. Im Jahre 1947 die Abtei Windberg wollte die historische Abtei von Rot an der Rot wiederbegründen, wo sie auch eine neue Schwesterngemeinschaft gründete.

Wir wissen über mehrere Gemeinden im Frankreich aus dem 13. Jahrhundert, aber die Klöster entvölkerten sich mit der Zeit. So finden wir im 14. Jahrhundert nur zwei davon. Eine neue Gemeinde wurde erst im 1871 in Bonlieu gegründet.

Die Schweizer Quellen erzählen uns über Klöster vor 1126. 15 Konvente prosperierten hier in der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts, aber die Reformation hat sie alle vernichtet. Das Kloster von Berg Sion für ewige Anbetung wurde 1776 gegründet.

Eine der ersten Niederlassung der Prämonstratenserinnen ist Doksany, nicht weit vom Prag. Gleichermaßen wie der Strahover Männerkonvent wurde es auch von der polnischen Prinzessin Gertrude gegründet. Die schnell wachsende Zahl der Nonnen ermöglichte die neue Niederlassung in Zwierzyniec im Jahre 1162. Der kaiserliche Erlass Josephs II. hat das religiöse Leben aufgehoben. Zweihundert Jahre später wurde Doksanymit der Hilfe der Krakauer Schwesterwieder ins Leben gerufen. Zwierzyniec wurde von Gertrudes Schwester, Prinzessin Agnes gegründet. Imbramowice ist auch eine Niederlassung der Krakauer Schwestern. Es wurde im Jahre 1226 mit der Hilfe von Bischof Iwon Ondraz errichtet. Das Kloster liegt etwa 40 Km nordwestlich von Krakau am Ufer des Flusses Dlubnia.

Die Neugründung des Schwesternordens in Ungarn wurde nun nach 300 Jahre verwirklicht. Das Kloster, das im Jahre 1926 in Külsõvat gegründet wurde, verdankt sein Dasein Herrn Sebastian Raday O.Praem. und den Schwestern von Imbramowice. Die erste Oberin der jungen Gemeinschaft war die frühere Priorin von Imbramowice, Anselma Wisniecka.

Die tschechisch-slowakische Kongregation der Prämonstratenserinnen wurde im Jahre 1902 auf dem Heiligen Berg (Svaty Kopecek) bei Olmütz mit der Hilfe Adalbert Frejka O.Praem. und Sr. Michaela Andruskiewicz (Zwierzyniec) ins Leben gerufen. Die Kongregation besteht heute aus zwei Provinzen. Das Mutterhaus der slowakischen Provinz befindet sich in Vrbove, aber die Leitung ist in Trnava. Das Mutterhaus der tschechischen Schwestern ist unverändert in Olmütz.

Die niederländische Gemeinschaft von Mariëngaard wurde am 6. Juni 1992 gegründet als Vereinigung von Ordens frauen, die Güter, Gebet und Leben miteinander teilen.

St. Joseph in Tehachapi ist die erste Gründung von nordamerikanischen Kanonissen. Sie wurde im 1997 mit der Unterstützung der St. Michael Abbey (Kalifornien, Orange County) errichtet und gilt als eine Affiliation der Abtei. Seit 2001 trägt das Kloster der Name "Bethlehem Priory of St. Joseph".

Heute leben etwa 326 Prämonstratenserinnen in 14 verschiedenen Gemeinden auf zwei Kontinenten, in Europa und in den Vereinigten Staaten.

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